Ignore everyone – Einfach jeden ignorieren

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„In einer Welt, die einen ständig zu ändern versucht, man selbst zu bleiben“, sagte der Dichter und Philosoph Ralph Waldo Emerson (1803–1882), „ist die größte Errungenschaft“.

Als Emerson dies vor weit über 100 Jahren schrieb, waren die Kommunikationswege zwischen den Menschen noch längst nicht so komplex und verschlungen, wie sie es heute sind, die Städte waren kleiner, die Menschen waren stärker mit der Natur verbunden – und es gab kein Internet.

Alles & jeden ignorieren

So lagen, wenn Emerson etwas veröffentlichte, immer wieder große Zeiträume zwischen seinem kreativen Prozess und irgendeiner Art von Rückmeldung.

Nachdem er einen Artikel geschrieben hatte, konnten Monate vergehen, bevor jemand darauf reagierte, indem er ihm beispielsweise einen Brief schrieb. Dennoch fühlte Emerson sich immer wieder großem Anpassungsdruck ausgesetzt, sobald er seine Inhalte an die Öffentlichkeit brachte.

Wer dagegen in unserer heutigen Welt lebt, wer Inhalte über soziale Netzwerke wie Facebook oder Twitter verbreitet, über YouTube oder per E-Mail, betreibt die Kommunikation mit anderen Menschen in einem wesentlich größeren und schnelleren Ausmaß.

Wenn es wirklich so schwierig ist, in einer Welt, die einen laufend zu ändern versucht, man selbst zu bleiben, gilt dies heute noch viel mehr als zu Emersons Zeiten: Ein Video zu drehen, Kunst in Schriftform zu produzieren oder einfach nur Ideen zu teilen und dabei zu versuchen, seine Ursprünglichkeit und Authentizität zu bewahren – all dies kann im Internet umgehend zu Lob und Bewunderung, andererseits aber auch zu heftiger Kritik und sogar Anfeindungen führen.

YouTube video

Videobotschaft von Elliott Hulse

Die Botschaft, die das verlinkte Video vermitteln möchte, ist, dass beides Kräfte sind, die Kunst beeinflussen und letztlich auch zerstören können. Wie geht man in so einer Situation damit um, authentisch zu bleiben? Was auch immer man produziert, wird zunächst von dem Wunsch beeinflusst, entweder weiterhin bewundert zu werden oder zumindest negative Reaktionen zu vermeiden.

Wie also mit Bewunderung und Kritik umgehen, ohne sich dadurch zu sehr in die eine oder die andere Richtung lenken zu lassen?

Die Lösung gehört zu den Dingen, die leichter gesagt als getan sind – denn sie besteht darin, jeden zu ignorieren.

Jemand, der ursprüngliche und unverfälschte Inhalte produzieren möchte, der sich selbst treu bleiben möchte, ohne zu sehr von den Meinungen anderer Menschen – egal ob positiv oder negativ – beeinflusst zu werden, muss lernen, Lob und Kritik gleichermaßen an sich abprallen zu lassen: die Tür abzuschließen, das Telefon und den Computer auszuschalten, sich hinzusetzen und mit sich selbst allein zu sein – und das Universum durch sich sprechen zu lassen.


Bild: fizkes – shutterstock.com

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