| Nebenerwerbskünstler
Kley, der nach eigener Aussage schon vor Jahren "die Luftpumpe
als Qualitätsmaßstab für Kunst" eingeführt
hatte, beruft sich bei seiner Hundenummer auf eine von ihm selbst
kreierte Kunstgattung namens "Name-art". Hier ist schon
der Name das ganze Programm: Berufe etwas zum Kunstwerk, sofort ist
es eines! Aber ganz ohne Schriftkram läuft auch im Kunstsektor
nichts.
Denn des Pillendrehers lebendige Hundeskulpturen werden erst durch
eine vom Maestro höchstpersönlich unterzeichnete und mit
einem Hunde-Portraitfoto versehene Urkunde zu einem echten Kunstwerk.
Dann gibt es beim Kunstgenuß des Gassigehens nur noch ein
Problem, wie auf der Urkunde verzeichnet ist: "In Kunstkreisen
ist es strittig, ob das, was das Kunstwerk macht - bei gewöhnlichen
Hunden wird es als Hundekot bezeichnet - auch als Kunstwerk anzusehen
ist. Solange dies nicht endgültig geklärt ist, soll der
Haufen vor Beschädigung durch Hineintreten geschützt werden."
Rücksichtsvoll ist auch, daß die Urkunde "aus Elefantenhaut-Imitat"
den neuen Kunstbesitzern mit dem Doggy style vorschreibt, "das
Kunstwerk stets so zu befestigen, daß von ihm keine Gefahr
für den Betrachter ausgeht. Das Kunstwerk gehört nicht
auf den Kinderspielplatz oder auf die Liegewiese." Und durch
die künstlerische Freiheit, die er sich als Herrchen nahm,
spart der Hundeeigentümer sogar Geld: Weil Kunstwerke nicht
der Steuerpflicht unterliegen, steht es deren Besitzern frei, "für
dieses Kunstwerk keine Hundesteuern mehr zu zahlen" - wie die
Urkunde listig vermerkt.
Hintergrund der Kunstaktion ist denn auch der Groll des Hundevereinsmeiers
gegen die "Regelungen für Hundehalter in der Stadt Duisburg".
Nach Auffassung des Hundekünstlers überstiegen die einschlägigen
Vorschriften "den gesunden Menschenverstand". Seine Kunstaktion
dagegen findet der Apotheker "ganz vernünftig". Und
auch "prinzipiell bei Autos anwendbar".
Angeblich verhandelt Rudolf Kley zur Zeit mit dem ADAC.
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