| Einst kam
derselbe als Geerd Kremer von den Niederlanden in das Dörfchen
an der Ruhrmündung und unterichtete ein wenig an der örtlichen
Lateinschule.
Seinen Zirkelkünsten verdanken alle Orientierungslosen die
als Mercatorprojektion bekannte Dimensionierung von Landkarten.
Sodann malte das Dorfschulmeisterlein Atlanten, letztlich aber hat
es "die ganze Welt in den Globus genommen", wie Duisburgs
Oberbürgermeister zu rühmen weiß. Die bis zum Anno
Tobak regredierende Namensfindungs-Idee gilt als genialer Trick,
um Duisburgs schandbare Epoche, die Industrialisierung mit ihren
Stahl- Tycoons, vergessen zu machen. In der strukturgewandelten
Kommune soll mit Hilfe des niederländischen Paukers das Mittelalter
als goldenes Zeitalter der Stadtenwticklung ausgewalzt werden.
Ein alternativer Namensvorschlag erfreut sich bislang allerdings
größerer Beliebtheit. Studierende brachten ganz ernsthaft
den Namen Horst-Schimanski-Gesamthochschule ins Gespräch. Dafür
ernteten sie Beifallsstürme von der Bevölkerung und den
lokalen Medien. Schließlich gibt es für den bodenständigen
Schimanski als Namenspatron der Uni einer Malocherstadt mehr als
einen guten Grund: Der Currywurst-Fan, der jüngst in Rente
ging, habe die "Lebensgewohnheiten und die sozialen Brennpunkte
der Stadt auf sympathische Weise bekanntgemacht". Zudem sei
der "Tatort"-Bulle "eine Symbolfigur für die
Wissenschaft", weil er mit seinem Wirken "glaubwürdig
zwischen Theorie und Praxis zu vermitteln vermochte", verlautbarte
gar die Juso-Hochschulgruppe.
Außerdem seien bekanntlich "die Namen Schimanksi und
Duisburg im Bewußtsein der gesamtdeutschen Bevölkerung
untrennbar miteinander verbunden". Der Student Harald Schrapers
betätigt sich für die Kampagne als Schimmi- Exeget, listig
zieht Schrapers noch eine Parallele. So habe Horst Schimanksi sich
bekanntlich erst über den zweiten Bildungsweg, nach einer Schweißerlehre,
zur Kommissars- Laufbahn emporgerappelt. Ein derartiges Spätstarter-
Studium, ohne die allgemeine Hochschulreife, wird durch die als
Reformprojekt angelegte Duisburger Gesamthochschule prinzipiell
begünstigt. Bei solch unabweisbaren Argumenten beschleicht
den Hochschulrektor Born Entsetzen. "Der schiere Wahnsinn",
stöhnt der Mercatorfan, "die Diskussion schadet unserem
Haus ungemein".
Und was sagt Götz George? Der Darsteller des Mega- Machos
gab sich diplomatisch: Er teilte seinen Fans, die mit der Rolle
seines Lebens Subversion betreiben, zunächst mit, daß
ihm "seine Bescheidenheit" verbiete, die Idee zu unterstützen.
Aber er ließ Taten folgen und packte - weil die legendäre
Jacke schon versteigert ist - ein Schimmi-T-Shirt in den Antwortbrief.
Zum Versteigern, für den guten Zweck
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